
© Frank Jerke
Hartmut Rohde
VIOLA
Biografie
Hartmut Rohde begeistert das Publikum durch seine besonderen Klangfarben sowie seine variable musikalische Sprache. Seine Interpretationen sind stets eine affektvolle und elektrisierende Ausleuchtung der Partitur. Ein besonderes Interesse gilt der historischen Hinterfragung verschiedener Stilrichtungen sowie der Wirkung der rhetorischen Musiksprache vom Barock und der Klassik bis in die Romantik. Neue Perspektiven und ein intensiver musikalischer Dialog bilden dabei die Grundlage seiner Interpretationen.
In den vergangenen Jahren standen unter anderem Aufführungen der Konzerte von Walton, Hindemith und Mozart sowie der Violafassung des Konzerts von Edward Elgar im Mittelpunkt. Eine besondere Aufmerksamkeit galt zudem der Erstaufführung eines Violakonzerts von Gehra unter der Leitung von Reinhard Goebel. In der Düsseldorfer Tonhalle interpretierte er außerdem die Fantasie von Hummel sowie das Andante und Rondo ungarese von Carl Maria von Weber. Mit dem English Symphony Orchestra war eine Weltpremiere des Violakonzerts von Philip Sawyers in London sowie eine CD-Aufnahme des Violakonzerts von Josef Tal in Zusammenarbeit mit Deutschlandradio Kultur geplant. Soloauftritte führten ihn unter anderem nach Brasilien und Litauen.
Als Kammermusiker führen ihn Konzerte regelmäßig nach Australien, in die USA und nach Kanada, nach Südamerika, Israel sowie in zahlreiche Länder Europas und in die Schweiz. Zahlreiche Wettbewerbsauszeichnungen bildeten die Grundlage für eine internationale Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker. Zu seinen musikalischen Partnern zählen unter anderem Heinrich Schiff, David Geringas, Lars Vogt, Daniel Hope, Janine Jansen, Arto Noras, Patrick Gallois, Jörg Widmann sowie das Auryn Quartett und das Artis Quartett.
Hartmut Rohde ist Gründungsmitglied des Mozart Piano Quartet, das zu den international tätigen Klavierkammermusikensembles zählt. Das Ensemble erhielt den OPUS Klassik Preis und unternahm Tourneen unter anderem nach Asien, Südamerika und in die USA.
Als Solist arbeitete Hartmut Rohde mit Dirigenten wie Kent Nagano, Pavel Baleff, Werner Stiefel, Paavo Järvi, Massimo Zanetti, Christoph Prick und Michael Sanderling zusammen. Darüber hinaus gastiert er regelmäßig in bedeutenden Konzertsälen wie der Carnegie Hall in New York, der Wigmore Hall in London und dem Concertgebouw in Amsterdam sowie bei Festivals wie den Berliner Festspielen, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, den Salzburger Festspielen, Spannungen in Heimbach, dem Pablo Casals Festival, dem Moritzburg Festival, dem Bantry West Cork Music Festival, dem Australian Chamber Music Festival und dem Kumho Asiana Festival in Seoul.
Sein Engagement für zeitgenössische Musik zeigt sich in der Zusammenarbeit mit Komponisten wie Jörg Widmann, Detlev Glanert, Brett Dean, Wolfgang Rihm, Krzysztof Penderecki, Garth Knox, David Philipp Hefti, Sören Nils Eichberg und Arvydas Malcys.
Von 2013 bis 2017 war Hartmut Rohde Dirigent und künstlerischer Leiter des Leopoldinum Chamber Orchestra Wrocław. Beim Label cpo erschienen Aufnahmen mit Werken von Laks, Jarnach und Erich Wolfgang Korngold. Weitere Dirigate führten ihn unter anderem zum Sinfonieorchester Biel, zum Sinfonieorchester Lemberg, zur Sommerakademie Cervo, zum Aurora Kammerorchester in Schweden und zum Kammerorchester Klaipeda. Gastkonzerte dirigierte er unter anderem in der Berliner Philharmonie, in der Tonhalle Düsseldorf, beim Festival Wratislawia Cantans sowie beim Casals Festival in Frankreich.
Konzerte als Dirigent führten ihn außerdem mit dem Franz Liszt Kammerorchester Budapest und der Hamburger Camerata in Konzertsäle wie das Konzerthaus Wien und die Hamburger Musikhalle. Darüber hinaus dirigierte er unter anderem Beethovens 2. Sinfonie sowie die Ouvertüre zu Mozarts Zauberflöte mit dem Orquestra Filharmonica Projeto in São Paulo.
Nach seiner frühen Ausbildung bei Christian Pohl und dem Studium bei Hatto Beyerle entwickelte sich Hartmut Rohde zu einem erfolgreichen Pädagogen seines Fachs. Seit 1993 ist er Professor an der Universität der Künste Berlin und zudem Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London. Viele seiner Studierenden sind heute Mitglieder renommierter Orchester oder wurden bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet.
Hartmut Rohde ist künstlerischer Leiter des Internationalen Max Rostal Wettbewerbs Berlin.
Weitere CD-Aufnahmen erschienen bei EMI Classics, Decca, BMG/Sony, MDG und Naxos. Im Jahr 2003 erhielt er den Supersonic Award.
Hartmut Rohde spielt eine Viola von Ivo Luliano aus dem Jahr 2016 sowie ein Instrument von Giuseppe Fiorini aus dem Jahr 1899.


